Aus einer Geschichte wird Musik, aus der Musik wird ein Film

Ein nordisches Drama begeisterte Jean Sibelius und er komponierte 1903 eine Bühnenmusik zu dem Schauspiel Der Tod (Kuolema). Er vollendete den Valse trieste Op. 44 Nr. 1 (erste Szene des Bühnenstückes) im Jahre 1904 als eigenständiges Werk. Gute 70 Jahre später, 1976, zeichnete Bruno Bozzetto einen Film zu dieser Musik - seine Bilder erzählen eine vollkommen andere Geschichte.

Die originale Geschichte zum Valse triste von Jean Sibelius

Der junge Paavali sitzt am Bett der Mutter, die im Sterben liegt. Während des Sterbens phantasiert Paavalis Mutter von einer Ballszene. Sie vernimmt leise Musik, steht auf und beginnt zu tanzen. Auf dem Höhepunkt des Tanzes klopft es an der Tür: Es ist der Tod, mit dem die Mutter – im Glauben, es handle sich um ihren verstorbenen Mann – immer wilder tanzt. Schließlich führt der Tod sie aus dem Raum. Als Paavali, der während dieser Szene am Bett seiner Mutter eingenickt ist, erwacht, ist die Mutter aus dem Leben geschieden.

Melodienanalyse

1 ► Hier hörst du die fünf Hauptmelodien des Valse triste.
Gestalte zu jeder Melodie eine graphische Partitur, Dazu kannst du dieses Arbeitsblatt verwenden.

00:00 / 00:00

Melodie (A) erklingt bei 1:19 min und endet bei 1:31 (kurze Version) oder bei 1:45 (lange Version)

00:00 / 00:00

Melodie (B) erklingt bei 2:30 min und endet ungefähr bei 2:42

00:00 / 00:00

Melodie (C) erklingt bei 3:34 min und endet bei 3:40

00:00 / 00:00

Melodie (D) erklingt bei 14 Sekunden und endet bei 0:48

00:00 / 00:00

Melodie (E) erklingt bei 2:09 min und endet bei 2:16 (oder auch bei 2:19)

Formanalyse

Die nächste Abbildung zeigt die Unterteilung des Valse triste in elf Melodie-Abschnitte.
2 ► Weise jeder Unterteilung (bzw. Puzzleteil auf dem PDF) den richtigen Melodie-Buchstaben zu. Hierzu kannst du auch dieses Arbeitsblatt verwenden.

00:00 / 00:00

3 ► Übertrage die Geschichte Paavalis auf den Valse triste. Bei welcher Melodie wird welche Szene erzählt? Formuliere ein kleines Drehbuch.

Filmanalyse

Allegro non troppo (it. „nicht allzu heiter", in der klassischen Musik eine gebräuchliche Tempobezeichnung) ist der Name eines italienischen Spielfilms von Bruno Bozzetto aus dem Jahr 1976. Es werden darin innerhalb einer Rahmenhandlung mehrere klassische Musikstücke als Filmmusik intellektuell-hintergründiger, komödiantischer, sarkastisch-böser, sexuell anzüglicher bis tief-trauriger Kurzfilme eingesetzt. Bei dem Kurzfilm zum Valse triste lässt Bozzetto eine Katze die Hauptrolle übernehmen...

4 Aufgaben zum Film Bozettos
► Fasse diese "neue" Geschichte zusammen.
► Welche Melodie erklingt bei 1:34? Schau genau, wie Bozetto die Melodie umsetzt und informiere dich über den Begriff "Mickeymousing".
► Gibt es eine Zuordnung von Themen zu bestimmten Handlungssträngen/Bildern?
► Wie setzt Bozetto die Dynamik bei 2:16 um?
► Wie oft erklingt eigentlich der Hauptgedanke der Melodie E hintereinander? Welches Instrument spielt jeweils? Inwiefern setzt Bozetto dies um?
► Wie setzt Bozetto die Meldie C um?
► Zeige, inwiefern Dur und Moll in der Geschichte der Katze eine Rolle spielen.