Elvis Presley – Vier Stationen in seinem Leben ( ~ 4 Stunden)

Aufgaben zu dieser Unterrichtseinheit für Schülerinnen und Schüler finden Sie hier.

In folgender Unterrichtseinheit werden vier verschiedene Momente aus Elvis Presleys Leben gegriffen. Ziel ist es, den Musiker sowie das Timbre seiner Stimme kennenzulernen, seine Erfolgsgeschichte einzuordnen und mit der heutigen Zeit zu vergleichen.
Die vier Stationen sind jeweils als eine Unterrichtsstunde zu sehen, wobei eine aktive und wissbegierige Klasse durchaus diesen Zeitrahmen sprengen kann. Ein Arbeitsblatt zur Verschriftlichung der wichtigsten Informationen oder Ergebnisse ist hier zu finden.

1 Kennenlernen des Musikers / Höranalyse

In der ersten Unterrichtsstunde soll über Presleys erste Studioaufnahme (Geschenk für seine Mutter/Studio für Farbige) Bezüge zu den Schülerinnen und Schülern hergestellt werden. Meist gelingt es, mit der Erzählung dieser beiden "guten" Taten Presleys Neugier zu wecken.
Der geschichtliche Kontext kann im Unterrichtsgespräch reflektiert und Höranalysen bspw. in Tabellenform an der Tafel festgehalten werden.

2 Analyse und Einordnung seines Tanzstils

Über die Analyse seiner Tanzbewegungen werden Bezüge zur amerikanischen Geschichte wichtig. Doch auch der Song (12-taktiges Bluesschema/Formanalyse) kann analysiert werden.

3 Analyse eines Musikvideos

"Jailhouse Rock" ist eines der ersten (wenn nicht sogar "das erste") Musikvideo. Durch Analyse und Kontextualisierung kann es gelingen, den Schülerinnen und Schülern ein wichtiges Dokument näher zu bringen.

4 Gesangstechnik und Timbre

In dieser Unterrichtsstunde rücken kurze Ausschnitte aus den Songs von Elvis Presley in den Blick, bei denen man Besonderheiten seiner Stimme, seiner Stimmtechnik oder seines Timbres beobachten kann.

Informationen und Materialien zu den Unterrichtsstunden

Kennenlernen des Musikers

- A star is born -

1954 ging ein weißer junger Mann, der sich über die unterschiedliche Hautfarbe hinwegsetzte zu einem Aufnahme Studio in Memphis, in das hauptsächlich Farbige gingen. Er wollte für einige Dollar eine eigene Platte aufnehmen und diese seiner Mutter schenken. Der Besitzer des Studios hörte zufällig zu, nahm die fertige Aufnahme, trug sie zu einer Radiostation. Deren Sender spielte das Lied. Daraufhin kam eine Flut von Anrufen, so dass der Sender das Lied in der gleichen Sendung mehrmals spielen musste...

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Ob im Unterrichtsgespräch oder als Partnerarbeit - ist es lohnend mit der Klasse der Frage nachzugehen, ob man auch heutzutage noch "über Nacht" zum Star werden kann und welche Mechanismen hierfür verantwortlich sind. Dass Elvis beinahe über Nacht zum Star wurde ist ein Phänomen, das es insbesondere heutzutage wieder gibt, da Plattformen wie YouTube es möglich machen, dass man sich ohne Plattenvertrag selbst einem weltweiten Publikum präsentieren kann.

Wie damals die Vermarktung aussah bzw. der Verkauf von Tonträger ist gleichfalls ein gutes Thema für ein Unterrichtsgespräch, da Online-Plattformen sowie der heute beinah grenzenlose Zugang zu Musik den Blick auf damalige Verkaufsstrategien verwehrt (Singles, A- und B-Seiten, Radiosender).

Höranalyse

Auf die B-Seite der Single nahm Elvis den Song „Blue moon of Kentucky" von Bill Monroe auf. Während Monroe den Song im Country-Stil spielt und singt, erklingt bei Presley eine Rockabilly-Version. Die Unterschiede in Instrumentation, Tempo, Stimme, Aussprache, etc. lassen sich mit einer Klasse als Höranalyse gut erarbeiten.

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"Blue moon" gesungen von Bill Monroe

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"Blue moon" gesungen von Elvis Presley

Analyse und Einordnung seines Tanzstils

- Elvis the pelvis -

1955 wurde sein Vertrag von dem Label RCA für 40.000 $ übernommen. Elvis sang hier mehrere Hits ein. Zum Beispiel auch „Hound Dog", ein 12-Bar-Blues. 1956 folgte ein Live-Auftritt mit diesem Blues vor Kameras. Dieser Auftritt wurde von der konservativen Bevölkerungsschicht der USA heftig kritisiert.
Bei der Analyse des ersten Videos von "Hound dog" ist zu beobachten, dass die Bewegungen von Elvis "komisch" auf die Schülerinnen und Schüler wirken: Seine "schlaksigen", "hampelnden" Bewegungen mit den Beinen sowie seine anzüglichen Hüftbewegungen (hin zum Mikrophonständer) lösen oft Lachen aus. Im Unterrichtsgespräch ist dann aufzuzeigen, dass die ältere bzw. konservative Bevölkerungsschicht in den USA von den anzüglich erscheinenen Bewegungen irritiert und abgestoßen war. Sie formulierten, dass es die Jugend verderben könnte. Zudem sahen einige US-Amerikaner in den unkontrolliert wirkenden Beinbewegungen Ähnlichkeiten zu den Tänzen der Ureinwohner Nordamerikas. Auch dies kam nicht "gut" an.
Die Jugend indes gab Elvis den Spitznamen "Pelvis" (übersetzt: die Hüfte).

Hier der Live-Auftritt mit dem Song „Hound Dog":

Erster live-Auftitt im TV 1956

Für den Sender bedeutete der Auftritt von Elvis Presley gute Einschaltquoten, also Geld. Verständlich, dass der Sender Elvis nicht aus dem Programm nehmen wollte. Allerdings wuchs der Druck aus der konservativen Gesellschaftsschicht, die teilweise wiederum Geldgeber des Senders waren. Elvis jedoch weigerte sich, seinen Tanzstil zu ändern oder für den Auftritt „einzustellen" (Video: "Live-Auftritt bei Ed Sullivan"). Somit griff der Sender zu einem Trick: Der Kameramann wurde angewiesen nur mehr den Oberkörper von Elvis zu zeigen. Im Video "Zweiter Live-Auftritt bei Ed Sullivan 1957" hört man deutlich das Publikum kreischen, wenn Elvis Hüftbewegungen tanzt, doch die Bewegung selbst kann man nur erahnen.

Live-Auftritt bei Ed Sullivan 1956

Zweiter Live-Auftritt bei Ed Sullivan 1957

Für weitere Hinweise oder auch als klärende Zusammenfassung kann der Artikel "Elvis in der Ed Sullivan Show 1956 und 1957" im Internet durchgelesen werden.

Übrigens: In dem Film „Forrest Gump", in dem historischen Ereignisse in den USA auf tragikomische Weise miteinander verknüpft werden, gibt es eine Szene, in der auf Elvis Presleys ersten Auftritt mit „Hound Dod" rekurriert wird.

Elvis in einer Szene von "Forrest Gump"

Analyse eines Musikvideos

- Elvis in Hollywood -

Elvis war sehr gefragt im Fernsehen, er machte gute Quoten. So folgten erste Musikvideoproduktionen und ganze Musikspielfilme mit Elvis. Der in dieser Phase entstandene Song bzw. Film "Jailhouse Rock" (1957) wird als die Urform aller Musikvideos bezeichnet. Die Tanzszene wurde von Elvis selbst mit-choreographiert.

The first scene to be filmed was the title dance sequence to the song "Jailhouse Rock". Brett Farmer places the "orgasmic gyrations" of the dance sequence within a lineage of cinematic musical numbers that offer a "spectacular eroticization, if not homoeroticization, of the male image"; it has often been cited as Presley's greatest moment on screen. (Quelle: Wikipedia, Abruf: 01.08.2019)

Auch bei diesem Song kritisierte eine konservative Bevölkerungsschicht seine Darstellung und seinen Auftritt. Natürlich spielten für die Kritik wieder die vielen anstößigen Bewegungen eine große Rolle. Doch gab es hier auch zwei andere Aspekte, die „ihm" vorgeworfen wurden:

  • Lächerlichmachen der Obrigkeit: Tanz mit" offenen" Gefängnistüren sowie der Darstellung von Nicht-Autorität der Gefängniswärter
  • Darstellung von Homosexualität: Tanz zwischen Männern

Elvis Presley "Jailhouse Rock"

Trotz aller Kritik: Hollywood „entdeckte" Elvis als Leinwandliebling und Kassenschlager. Er spielte in vielen Filmproduktionen die Hauptrolle – oftmals mit vielen Gesangseinlagen. Unten ein Ausschnitt aus einer Hollywood-Produktion, die Elvis Aufenthalt als GI in Deutschland anspielt.

Auf dieser Site ist eine Liste seiner Filmographie zu finden. Über die Filmplakate können Handlungsstränge formuliert und miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Elvis Presley "Wooden Heart"/"Muss i denn aus dem Städele hinaus" (1960)

Gesangstechnik und Timbre

- Elvis the king -

Ab 1965 orientiert sich Elvis musikalisch neu und ab 1970 folgen seine Konzertjahre.
Elvis Erfolg auf Bühne und Leinwand beruhen nicht nur auf seinem Aussehen, seinen Tanzbewegungen oder dem Willen von Musik- wie Hollywoodproduzenten, sondern insbesondere an seiner Stimme. Elvis Timbre ist außergewöhnlich und wird in der Regel sofort erkannt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich den Wikipedia-Artikel „2.1 Stimme und Gesangstechnik" durchlesen und sich die dort genannten Stellen bei YouTube anhören. Ziel ist es, dass sie Elvis Stimme immer besser kennenlernen und eventuell beschreiben lernen. Spaß macht es einer Klasse, nach dieser Recherche-Einheit "Elvis Cover" auf YouTube rauszusuchen und die Unterschiede zu Elvis Stimme zu benennen. Insbesondere, was die sogenannten "Elvis Cover" verbessern könnten, ist für die Schülerinnen und Schüler verbal oft greifbar.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit ist dieses Stimm-Quiz gedacht, bei dem die Schülerinnen und Schüler Elvis Presley nur anhand eines kurzen Ausschnitts erkennen sollen. Und das bei einem Song, den auch andere namhafte Sänger aus verschiedenen Genres gesungen haben...

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1 - BLAU

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2 - LILA

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3 - GRÜN

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4 - ORANGE

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5 - GELB

Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
Quelle: elmu.online, Artikel »Elvis Presley – Vier Stationen in seinem Leben«, https://elmu.online/articles/schule-lehren-elvis-presley-stationen-seines-lebens, 19.01.2021, 02:09
Bearbeitungen durch: verena-wied, ulrich-kaiser