3D-Modell

Dimensionen zur Analyse von Unterricht

Im Folgenden wird ein Modell vorgestellt, das die Analyse von Musikunterricht aus der Sicht von Lehrenden erleichtern soll. Das Modell veranschaulicht drei Dimensionen, die zum Ziel eines »idealen Unterrichts« zusammenwirken:

Erläuterungen

  • Eine Dimension des Unterrichts repräsentiert die Lehrenden. Lehrende haben Unterrichtsabsichten, die durch Curricula beeinflusst sein können, Kompetenzen musikpraktischer und/oder intellektueller Art, eine Persönlichkeit, die dem Unterrichten dienlich oder hinderlich sein kann usw.
  • Eine weitere Dimension des Unterrichts repräsentiert die Lernenden, deren musikalische Sozialisation für den Unterricht von Bedeutung ist, deren Auffassungsvermögen und Motivation den Unterricht beeinflussen usw.
  • Die letzte Dimension des Unterrichts repräsentiert die Fachwissenschaften. Dazu gehören Methoden, die dem Unterrichten dienlich sein können, das Wissen um Wahrnehmung und Lernverhalten von Jugendlichen sowie Erkenntnisse zu den Fachinhalten, die von der Musikwissenschaft und Musiktheorie bereitgestellt werden.

Durch das Modell können spezifische Defizite lokalisiert werden:

Hintergrund

In den klassischen Modellen zur Unterrichtsanalyse (z.B. im Modell des Didaktischen Dreiecks) hat die Evaluation von Fachinhalte keinen eigenen Punkt. Sie wird lediglich implizit repräsentiert durch die Beziehung zwischen Lehrenden und Unterrichtsgegenständen, zu der eine angemessene Vorbereit der Lehrenden mit den Fachinhalten gehört. In der Praxis scheint diese Aufgabe ein Problem zu sein, wovon fehlerhafte Lehr- und Lernmaterialien (nicht nur für das Fach Musik) ein Zeugnis geben:

Did you know that elephant vocal sounds occur at about 400 Hz and can’t be heard by humans? The caretaker at your local zoo didn’t either. But your children may have been taught that tidbit if their science class used one of the most popular middle-school physical science texts. I learned of the elephant blunder and many other problems with the content and presentation of texts used in grades 6 through 9 as part of an ongoing project that began in 1998, when I received a grant from the David and Lucile Packard Foundation.
The foundation was especially concerned about errors in texts, but the goal of the 1998 grant (and a parallel one investigating high-school texts) was not limited merely to fact checking. Its purpose was to review and critique middle-school physical science textbooks with regard to scientific accuracy, adherence to a realistic portrayal of the scientific approach, and appropriateness and pedagogic effectiveness of the material for the grade for which it was presented.

Das Zitat stammt aus einem Aufsatz von John Hubisz (»Middle-Scholl Texts Don't Make the Grade«, in: Physic Today 56 (2003), S. 50–54), der über ein Projekt berichtet, in dem Unterrichtswerke für das Fach Physik untersucht worden sind.

Materialien

Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
Quelle: elmu.online, Artikel »3D-Modell (Dimensionen zur Analyse von Unterricht)«, https://elmu.online/articles/schule-lehren-didaktik-modelle-3d-modell, 22.01.2021, 15:58
Bearbeitungen durch: ulrich-kaiser