Tonleitern

Als Tonleiter oder Skala bezeichnet man eine auf- oder abwärts geordnete Reihe von Tönen. Der spezifische Aufbau einer jeden Tonleiter wiederholt sich im Oktavabstand.

Dur

Die Durtonleiter hat 7 Töne (bzw. 8, zählt man den erneuten Grundton am Ende hinzu) im Ganz- oder Halbtonabstand. Die Halbtöne befinden sich zwischen den Skalentönen 3 und 4 sowie zwischen 7 und 8. Beispiel C-Dur:

Moll

Es gibt drei verschiedene Molltonleitern:

Das äolische bzw. natürliche Moll (Halbtöne zwischen den Skalentönen 2 und 3 sowie zwischen 5 und 6). Es gibt die Generalvorzeichnung für alle drei Molltonleitern eines Tons an. Beispiel a-Moll äolisch:

Das harmonische Moll. Hier wird gegenüber dem äolischen Moll der 7. Skalenton erhöht (Halbtöne zwischen 2 und 3, 5 und 6 sowie 7 und 8, übermäßige Sekunde zwischen 6 und 7). Beispiel a-Moll harmonisch:

Das melodische Moll. Hier werden gegenüber dem äolischen Moll der 6. und 7. Skalenton erhöht (Halbtöne zwischen den Skalentönen 2 und 3 sowie zwischen 7 und 8). Beispiel a-Moll melodisch.

Alle Dur- und Moll-Tonleitern sind - nach der Anzahl ihrer Generalvorzeichen geordnet - im Quintenzirkel zusammengefasst.

Chromatische Tonleiter

Die chromatische Tonleiter besteht ausschließlich aus Halbtönen (kleine Sekunden und übermäßige Primen). In ihr kommen alle 12 Töne des Tonsystems vor.

Ganztonleiter

Die Ganztonleiter besteht – wie der Name schon sagt – ausschließlich aus Ganztönen (große Sekunden und eine verminderte Terz) und besitzt deshalb nur 6 Töne (bzw. 7, zählt man den erneuten Grundton am Ende hinzu).

Pentatonik

Eine pentatonische Skala besteht aus 5 Tönen (griech. penta = fünf). Im engeren Sinne versteht man unter einer Pentatonik eine Skala ohne Halbtonschritte. Die Dur-Pentatonik mit Grundton c lautet:

Diese Skala erhält man, indem man aus der Dur-Tonleiter den 4. und den 7. Ton entfernt - also die beiden Töne, die für Halbtonschritte sorgen (in C-Dur: f und h). Alternativ lässt sich die pentatonische Skala auch als Quintenschichtung von fünf Tönen erklären:

Neben der Dur-Pentatonik existiert auch die Moll-Pentatonik. Sie besitzt die gleichen Töne wie die parallele Dur-Pentatonik (d.h. bei der Moll-Tonleiter werden der 2. und der 6. Skalenton weggelassen, um eine Moll-Pentatonik zu erhalten):

Kirchentonarten (Modi)

Vom Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert bestimmten die sog. Kirchentonarten die abendländische Musik. Dur/Moll im heutigen Sinne existierten noch nicht. Eine besondere Rolle spielten die Kirchentonarten in der Gregorianik. Im 19. Jahrhundert wurden die Kirchentonarten "wiederentdeckt", heute werden sie im Jazz oft benutzt.

Ausgangspunkt für die Kirchentonarten bildet die Durtonleiter, jedoch beginnt jede Kirchentonart von einem anderen Skalenton aus (Ionisch vom 1. Skalenton der Durtonleiter aus, Dorisch vom 2. Skalenton aus usw.). Jede Kirchentonart kann authentisch (d.h. der Ambitus = Tonumfang reicht von Grundton bis Grundton) und plagal (Ambitus von Quintton bis Quintton) auftreten. Plagale Ambitus erhalten das Präfix "hypo-".

Lokrisch ist keine historische Kirchentonart. Die Tonart ist aufgrund der verminderten Quinte über dem Grundton instabil und wurde erst in späterer Zeit ergänzt.

Bei der oben dargestellten Sichtweise auf die Kirchentonarten/Modi handelt es sich um die sog. pseudoklassische Herleitung, die vom modernen Dur-/Moll-System ausgeht. Eine umfangreichere Herleitung, die die historische Entwicklung in den Blick nimmt, findet sich hier.

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