Der Quintenzirkel

Seit dem 18. Jahrhundert werden die Dur-/Molltonarten zu didaktischen Zwecken als Zirkel angeordnet. Die Abstände zwischen den Tonarten entsprechen dabei Quinten. Bewegt man sich im Uhrzeigersinn, steigen die Quinten an, gegen den Uhrzeigersinn fallen die Quinten.

Um sich die Anzahl der Vorzeichen leichter merken zu können, gibt es verschiedene Merksprüche. Hier jeweils eine mögliche Variante…

  • für Durtonarten mit #-Vorzeichen: Geh, du alter Esel, hole Fische!

  • für Durtonarten mit b-Vorzeichen: Frische Brezen essen Asse des Gesangs.

  • für Molltonarten mit #-Vorzeichen: Ein Haifisch cischt Gisela diskret an.

  • für Molltonarten mit b-Vorzeichen: Der ganze Chor friert beim Essen.

Merke: Eine kleine Terz unter jeder Durtonart liegt deren zugehörige parallele Molltonart mit den gleichen Generalvorzeichen.

Man muss sich dabei auch die Reihenfolge der Vorzeichen merken. Wem das schwerfällt, der kann sich bei Durtonarten an die Regel halten:

Bei #-Tonarten kommt immer das # für den Leitton zur aktuellen Tonart hinzu.

Bei b-Tonarten kommt immer das b für die reine Quarte über dem aktuellen Grundton hinzu.

Um die Tonart eines vorliegenden Stückes zu identifizieren, muss man also die Generalvorzeichen betrachten. Bei Dur-/Moll-tonaler Musik gibt es pro Generalvorzeichnung also zwei Möglichkeiten für die Grundtonart eines Stückes. So kann z.B. ein Stück mit drei b-Vorzeichen entweder in Es-Dur oder in c-Moll stehen. Um zu entscheiden, in welcher der beiden in Frage kommenden Tonarten das Stück steht, muss der Schlussklang analysiert werden. Der Schlussklang zeigt i.d.R. die Grundtonart eines Stückes an.

Der Quintenturm

Der Quintenzirkel ist ein etabliertes didaktisches Modell. Streng genommen bilden 12 Quinten übereinander aber keine 7 Oktaven, sondern 6 Oktaven und eine übermäßige Septime. Der Zirkelschluss wird erst möglich, wenn man die Enharmonik zu Rate zieht.

Oft ist es daher musikalisch sinnvoller, von einem Quintenturm auszugehen: Im Mittelpunkt sind C-Dur bzw. a-Moll, also die Tonarten ohne Vorzeichen. Bewegt man sich durch Modulation aufwärts, nehmen die Kreuzvorzeichen zu und die Musik klingt heller. Moduliert die Musik in den b-Bereich, so steigt man im Quintenturm abwärts, die Musik wird dunkler.

Außerdem verdeutlicht der Quintenturm den großen Abstand, durch den z.B. Fis-Dur und Ges-Dur in diatonischer Musik eigentlich voneinander getrennt sind

Dur-Quintenturm

Moll-Quintenturm

Übungen