Dreiklänge

Ein Dreiklang ist ein aus drei Tönen bestehender Akkord. Als Akkord (von franz. accord = urspr. Übereinkunft, Übereinstimmung der Gefühle) wird in der Musik ein Zusammenklang von drei oder mehr Tönen bezeichnet. Insofern stellen Dreiklänge die einfachste Art von Akkorden dar. Die drei Töne eines Dreiklangs stehen im Terzabstand zueinander, es handelt sich also um Grundton, Terz und Quinte.

Es gibt vier verschiedene Arten von Dreiklängen, je nach dem, ob große oder kleine Terzen übereinandergeschichtet werden bzw. wie diese im Dreiklang verteilt sind:

Dur-Dreiklang

Der Dur-Dreiklang besitzt unten eine große Terz, oben eine kleine, das Rahmenintervall ist eine reine Quinte. Beim Dur-Dreiklang handelt es sich um den 1., 3. und 5. Ton einer Dur-Tonleiter.

Moll-Dreiklang

Beim Moll-Dreiklang sitzt unten eine kleine Terz, oben eine große, das Rahmenintervall bildet ebenfalls eine reine Quinte. Es handelt sich um den 1., 3. und 5. Ton einer Moll-Tonleiter. Die Terzen sind also genau andersherum verteilt wie beim Dur-Dreiklang.

Übermäßiger Dreiklang

Der übermäßige Dreiklang besteht aus zwei großen Terzen, das Rahmenintervall ist eine übermäßige Quinte.

Verminderter Dreiklang

Der verminderte Dreiklang besteht aus zwei kleinen Terzen, eine verminderte Quinte bildet das Rahmenintervall.

Umkehrungen

Die Dreiklangstöne können in drei verschiedenen Schichtungs-Arten, die man "Umkehrungen" nennt, auftreten. Maßgeblich ist hierfür der tiefste Ton. Dabei kann entweder der Grundton, der Terzton oder der Quintton unten liegen (man sagt auch "im Bass liegen"). Die Verteilung der übrigen Dreiklangstöne ist egal; dabei können Töne auch in anderen Oktavlagen verdoppelt werden.

Grundstellung

Bei grundstelligen Dreiklängen liegt der Grundton im Bass. Im Generalbass ist keine Bezifferung nötig.

1. Umkehrung (Sextakkord)

Bei der 1. Umkehrung liegt der Terzton im Bass. Der Grundton ist nach oben gewandert. Im Generalbass trägt dieser Akkordtyp die Ziffer 6.

2. Umkehrung (Quartsextakkord)

Bei der 2. Umkehrung liegt der Quintton im Bass. Grund- und Terzton sind nach oben gewandert. Im Generalbass trägt dieser Akkordtyp die Ziffern 4 und 6.

Dreiklänge bestimmen – so geht's!

  1. Alle Töne herausfinden.
  2. Töne in Terzenschichtung (= Grundstellung) bringen.
  3. Terzen bestimmen => Dreiklang bestimmen
  4. Umkehrung bestimmen (Welcher Ton liegt im Bass?)

Exkurs zum Chorsatz

Dreiklänge erscheinen häufig in vierstimmiger Gestalt, so z.B. in Chorsätzen. Die Stimmen eines gemischten vierstimmigen Chores tragen die Namen Sopran, Alt, Tenor und Bass. Bei komplexeren Chorwerken erhält jede dieser Stimmen eine eigene Notenzeile in der Partitur (so nennt man die Aufzeichnung mehrstimmiger Musik, wobei gleichzeitig Erklingendes untereinander angeordnet wird). Schlichtere Chorsätze werden dagegen häufig im Klaviersystem notiert, wobei Sopran und Alt in der oberen Notenzeile stehen, Tenor und Bass in der unteren. Die Richtung der Notenhälse gibt dabei an, um welche Stimme es sich genau handelt: Bei Sopran und Tenor zeigen die Hälse nach oben, bei Alt und Bass nach unten.

Lagen von Dreiklängen:

I. Diskantlage

Um bei der Analyse von Stücken anzugeben, welcher Dreiklangston – bzw. allgemein: welcher Akkordton – in der Oberstimme liegt, nutzt man die Nomenklatur der Diskantlage. „Diskant“ (von lat. dis = auseinander und lat. cantare = singen) ist eine alte Bezeichnung für den Sopran. Bei Dreiklängen können Grundton, Terz oder Quinte in der Oberstimme liegen. In der Kurzschrift wird dabei über die entsprechende Zahl ein Zirkumflex gesetzt:

II. Abstandslage

Die Abstandslage gibt an, in welchem Abstand zueinander die Oberstimmentöne eines Klanges stehen. Man unterscheidet zwischen …

Enger Lage:

Die Oberstimmentöne liegen so dicht beieinander, dass dazwischen kein weiterer Akkordton Platz hätte.

Weiter Lage:

Der Abstand zwischen benachbarten Oberstimmen ist so groß, dass mindestens ein Akkordton dazwischen Platz hätte.

Gemischter Lage:

Zwischen Sopran und Alt würde noch ein Akkordton Platz finden, zwischen Alt und Tenor dagegen nicht – oder umgekehrt.

Übungen