Shotcut

Open Source Video Editor (eine Kurzanleitung)

Eine PDF-Datei dieser Kurzanleitung zum Ausdrucken finden Sie hier und das Programm können Sie sich hier herunterladen.

Fenster einrichten

Das Programmfenster von Shotcut lässt sich individuell gestalten.

Wichtig zu wissen

Werden Elemente, die in einem Film verwendet werden sollen (wie z.B. Bilder und Filme) in das Fenster der Wiedergabeliste gezogen, speichert Shotcut einen relativen Pfad, wenn sich ein Element in demselben oder einem untergeordneten Ordner wie die Projektdatei befindet. Liegt das Element außerhalb des Projektordners, wird ein absoluter Pfad gespeichert.

Alle Elemente, die in einem Film verwendet werden, sollten in dem Projektordner oder einem Unterordner des Projektordners liegen, bevor sie in die Wiedergabeliste gezogen werden.

Wurden Fehler gemacht bzw. Pfade so gespeichert, dass Shotcut beim Öffnen ein Element nicht laden kann, lassen sich die entsprechenden Pfade in der Projektdatei korrigieren. Hierzu muss die Projektdatei (*.mlt) in einem Texteditor geöffnet werden. Pfadangaben sind in Property-Elementen mit dem Namen "resource" hinterlegt.

Erste Schritte...

Wenn Sie einen Film gestalten wollen, benötigen Sie Bilder oder einen Film (der aus vielen Frames, das heißt: aus vielen Bildern) besteht. Alle Bilder, die in einem Film auf verschiedenen Spuren zu einem passenden Ablauf arrangiert worden sind, sieht man in der Zeitachse. Ist die Zeitachse nicht zu sehen, kann man sie per Shortcut (strg + 5) oder durch einen Klick in der Symbolleiste auf das Zeitachsen-Icon einblenden:

Nicht ganz intuitiv ist es, dass Sie einen Film nicht direkt in die Zeitachse ziehen können (wie zum Beispiel bei dem Programm Magix, das Ihnen daraufhin etwas Arbeit abnimmt und den gewünschten Film automatisch in das Projektverzeichnis kopiert). In Shotcut sollten Sie jedes Bild bzw. jeden Film, den Sie benötigen, zuerst in das Projektverzeichnis kopieren (in dem auch die Shotcut-Projektdatei mit der Dateiendung *.mlt liegt), von dort aus in die Wiedergabeliste und von der Wiedergabeliste aus in die Zeitachse ziehen (in eine vorhandene Spur, andernfalls wird eine Spur automatisch erstellt). Ist die Wiedergabeliste nicht zu sehen, können Sie diese einblenden (strg + 4). Der Workflow lässt sich folgendermaßen veranschaulichen:

Ein‐ und Ausblenden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Film ein- oder auszublenden bzw. zwei Anzeigeereignisse (Filme, Bilder) ineinander übergehen zu lassen.

Möglichkeit 1:
Wenn die Elemente auf verschiedenen Spuren liegen, wird beim Berühren des Anfangs eines Elements ein Anfasser sichtbar, der nach rechts (bzw. am Ende nach links) gezogen werden kann und mit dem das Ein- bzw. Ausblenden gesteuert werden kann. Damit das darunterliegende Element langsam verschwindet oder erscheint (bzw. damit nicht mit schwarz überblendet wird), muss der entsprechende Filter (ein- bzw. ausblenden) markiert sowie die Checkbox "Deckkraft einstellen, anstatt mit schwarz zu überblenden" aktiviert werden.

Möglichkeit 2:
Für die Möglichkeit 2 müssen sich die zwei Anzeigeereignisse (Filme, Bilder) auf einer Spur befinden. Wenn Sie die beiden Ereignisse übereinander schieben, entsteht ein Crossfade-Symbol. Über dieses Symbol erhalten Sie via Rechtsklick vielfältige Möglichkeiten, die Art der Überblendung zu beeinflussen. Wählen Sie hierzu ›Eigenschaften‹ und wählen Sie in dem sich öffnenden Fenster eine spezielle Art der Überblendung aus.

Filter einsetzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Ereignis im Film zu manipulieren. Diese Möglichkeiten werden in Shotcut über Filter realisiert, die ein Ereignis dekorieren. Das Dekorieren mithilfe von Filtern funktioniert im Grunde wie das Dekorieren einer Torte:

In Shotcut lassen sich viele Filter hintereinander auf ein Objekt anwenden, z. B.:

Experimentieren Sie mit den vielen Filtern sowohl für Bilder/Video als auch für Audio!

Schlüsselbilder verwenden

Die Verwendung von Schlüsselbildern bietet in einem Film sehr viele Anwendungsmöglichkeiten. Anhand des Filters ›Größe und Position‹ wird die Funktionsweise von Schlüsselbildern im Folgenden exemplarisch veranschaulicht.

Ein Schlüsselbild kann man sich wie die Momentaufnahme eines Objekts vorstellen, wobei Shotcut zwischen Schlüsselbildern nahtlose Übergänge erzeugen kann (das funktioniert wie der Übergang ›Morphen‹ zwischen Folien in Powerpoint). Im Beispiel oben soll das Ufo von oben links nach unten rechts fliegen und dabei größer werden. Dadurch wird der Eindruck räumlicher Tiefe bewirkt und dass sich das Ufo auf uns zu bewegt.

Als erstes muss das Ufo mit dem Filter ›Größe und Position‹ verkleinert und in die linke obere Ecke verschoben werden. Anschließend aktivieren Sie die Schlüsselbilder. Im gleichnamigen Fenster kann dann die Positionslinie ans Ende des Clips verschoben werden (sie markiert die Position eines Schlüsselbilds) und an dieser Stelle wird nun das Ufo vergrößert und in die rechte untere Ecke verschoben. Beim Abspielen berechnet Shotcut zwischen den Schlüsselbildern eine fließende Bewegung.

Film exportieren

Ist der Film fertig gestellt, muss er aus Shotcut exportiert werden. Shotcut nutzt dabei intern FFmpeg, eine Sammlung von freien Computerprogrammen und Programmbibliotheken zum aufnehmen, konvertieren, verpacken und senden (streamen) von Video- und Audiomaterial. Die Möglichkeiten, die dadurch existieren, sind verwirrend vielfältig und sicherlich eine Spielwiese für Profis. Weiß man jedoch nicht so genau, was welche Einstellung bewirkt, ist man sicherlich gut beraten, die von Shotcut angebotenen Voreinstellungen zu verwenden. Die wahrscheinlich häufig genutzte Voreinstellung ›YouTube‹ beispielsweise exportiert den Film als MP4-Datei (mit dem Codec H.264) für das Streamen im Internet.

Mit der Voreinstellung wird durch einen Klick auf die Schaltfläche ›Datei Exportieren‹ die Zeitachse in den Film gerendert und exportiert (in den meisten Fällen dürfte dies zum gewünschten Ergebnis führen). Im Menü Datei findet sich auch der Eintrag »Frame exportieren...«, der es Ihnen ermöglicht, ein einzelnes Bild des Films abzuspeichern (eine sehr nützliche Funktion, wenn man viel mit Effekten arbeitet). Dabei wird der Frame exportiert, den die Abspiellinie markiert (bzw. der im Vorschaufenster zu sehen ist). Das gleiche Ergebnis erhalten Sie mithilfe der Tastenkombination strg + Umschalt + E.
Den Prozess des Renderns (der bei langen Filmen auch recht lange dauern kann), lässt sich über das Fenster ›Aufträge‹ verfolgen, das über das Menüband eingeblendet werden kann (strg + 0).

Was ist ein Codec? – Ein Codec besteht aus zwei Programmen, einem Encoder und einem Decoder. Hauptaufgabe der Codecs im Multimediabereich ist es, die Datenmenge für die Übertragung oder Speicherung eines Films, einer Audio- oder Bilddatei zu reduzieren. Ein Encoder beispielsweise wandelt ein Shotcut-Projekt in das MP4-Containerformat um (der Container enthält die Bilder, die Audio-Datei sowie weitere Informationen z.B. für Untertitel etc.). Der dazugehörige Decoder kann die im Container enthaltenen Dateien wieder entpacken.

Nützliche Links

Eine umfänglichere, kommentierte Link-Sammlung finden Sie hier.

Vektorgraphiken

Rastergraphiken (Fotos)

Raster-, Vectorgraphiken und Filme

Klassische Musik

Action-Soundschnipsel (im Aufbau)

Soundschnipsel & Geräusche

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Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
Quelle: elmu.online, Artikel »Shotcut - Open Source Video Editor«, https://elmu.online/articles/musikhochschule-multimedia-shotcut-anleitung, 30.03.2020, 18:21
Bearbeitungen durch: ulrich-kaiser